So wickelst du deine Hände für Muay Thai: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Young woman wearing Kangrui Muay Thai shorts standing infront of natural wall with roots and jungle plants

Warum Boxbandagen wirklich wichtig sind

Vor deiner ersten Stunde wird dir jemand ein Paar Boxbandagen in die Hand drücken – und davon ausgehen, dass du weißt, was damit zu tun ist. Die meisten Einsteiger wissen es nicht. Das ist völlig normal – aber sie wegzulassen oder nur locker zu wickeln, um schnell ins Training zu kommen, ist ein Fehler, den du früh vermeiden solltest.

Deine Hand besteht aus 27 Knochen, Dutzenden kleiner Gelenke und Bindegewebe, das nicht dafür gebaut wurde, wiederholte Schläge zu absorbieren. Boxbandagen komprimieren alles zusammen, stabilisieren das Handgelenk und schützen die Knöchel unter der Polsterung deiner Boxhandschuhe. Ohne sie belastet selbst leichtes Sandsacktraining Strukturen, die – wenn sie einmal beschädigt sind – lange brauchen, um zu heilen.

Ein sauberes Wickeln dauert nach etwas Übung etwa zwei Minuten. Es ist eine dieser kleinen Gewohnheiten, die Menschen, die konstant trainieren, von Menschen unterscheiden, die wochenlang mit vermeidbaren Verletzungen pausieren.


Was du brauchst, bevor du anfängst

Du brauchst ein Paar Boxbandagen – 180 Zoll (ca. 4,5 Meter) ist die Standardlänge für die meisten Erwachsenen. Kürzere Bandagen gibt es, aber sie reichen nicht aus, um das Handgelenk ordentlich abzudecken. Stretch-Bandagen sind für Einsteiger einfacher zu handhaben als klassische Baumwollbandagen, weil sie sich der Form deiner Hand anpassen.

Das war's. Kein Tape, keine extra Polsterung, nichts weiter. Setz dich hin, leg die Bandage flach vor dir ab und achte darauf, dass das Klettverschluss-Ende von dir weg zeigt. Die Schlaufe am anderen Ende kommt über den Daumen – sie verankert alles.


Schritt für Schritt: So wickelst du deine Hände

Schritt 1 – Verankern. Spreize die Finger weit und schiebe die Schlaufe über den Daumen. Halte die Hand während des gesamten Wickelns offen. Wer mit geballter Faust wickelt, hat am Ende eine Bandage, die bei offener Hand zu eng und bei geballter Faust zu locker sitzt.

Schritt 2 – Handgelenk wickeln. Führe die Bandage über den Handrücken und umwickle das Handgelenk drei Mal. Die Lagen sollten flach anliegen – fest, aber nicht einschneidend. Das Handgelenk ist der wichtigste Teil: Es verhindert, dass das Gelenk beim Aufprall wegknickt.

Schritt 3 – Handfläche und Daumen sichern. Führe die Bandage über die Handfläche, einmal um den Daumen herum und wieder zurück über die Handfläche. Das fixiert den Daumen und legt eine erste Schutzschicht über den fleischigen Teil der Hand.

Schritt 4 – Knöchel wickeln. Gehe weiter zu den Knöcheln und umwickle sie drei Mal. Finger dabei weit spreizen. Die Bandage sollte die gesamte Knöchellinie abdecken. Wenn sie sich faltet oder aufstaut, abwickeln und neu anfangen – aufgestautes Material erzeugt Druckstellen in der Handschuhhülle.

Schritt 5 – Zwischen die Finger führen. Das ist der Schritt, den die meisten Einsteiger überspringen. Führe die Bandage von den Knöcheln zwischen kleinem Finger und Ringfinger hindurch, über die Handfläche, dann zurück hoch zwischen Ring- und Mittelfinger, wieder über die Handfläche, dann zwischen Mittel- und Zeigefinger. Diese Lagen spreizen die Finger leicht und verhindern, dass sie beim Schlagen zusammengedrückt werden.

Schritt 6 – Letzte Handgelenkrunden und Abschluss. Nutze die verbleibende Bandage für ein oder zwei weitere Runden um das Handgelenk, dann Klettverschluss schließen. Das fertige Ergebnis sollte sich an den Knöcheln eng, am Handgelenk fest und insgesamt angenehm genug anfühlen, um die Faust problemlos zu ballen und wieder zu öffnen.

Wickle einmal fertig und überprüfe es. Öffne und schließe die Hand mehrmals. Wenn irgendetwas die Durchblutung einschränkt oder sich aufgestaut anfühlt – abwickeln und neu beginnen. Nach ein paar Trainingseinheiten sitzt es.


Ein paar Dinge, die du wissen solltest

Immer vor dem Einhandschuhen wickeln – nicht erst, wenn du merkst, dass die Stunde schon anfängt. Gib dir fünf Minuten vor dem Training, besonders solange du die Technik noch lernst.

Lass deine Bandagen nach jeder Einheit auslüften. Wer sie feucht zusammenrollt, züchtet einen Geruch, der sich nicht mehr richtig herauswäscht. Über die Tasche oder ein Geländer hängen, trocknen lassen, dann locker aufrollen.

Regelmäßig waschen. Bei mehrmaligem Training pro Woche einmal wöchentlich – Kaltwasche, Schongang, an der Luft trocknen. Bandagen, die sich steif anfühlen oder hartnäckig riechen, gehören ersetzt.

Ein Paar reicht zum Einstieg. Wer aber mehr als dreimal pro Woche trainiert, ist mit einem zweiten Paar auf der sicheren Seite – damit du nie zur feuchten Bandage vom Vortag greifst.

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